29. May, 2013

»Eine Frau läuft nicht das Risiko einer offenen Zurückweisung (›Das geht Dich nichts an‹), wenn sie fragt: ›Warum kommst Du heute so spät?‹ Daß sie die Wahrheit erfährt, ist allerdings durch die Institution [moderner Ehe] nicht gewährleistet.«

Niklas Luhmann: Liebe. Eine Übung, Frankfurt am Main 2008, S. 17f.

#Ehe #Risiko #Wahrheit #Liebe
15. Dec, 2012

»Als elektronisches Medium ist das Internet zu einer scharfen Reduktion der Möglichkeiten der Welt auf solche Möglichkeiten gezwungen, die sich elektronisch darstellen und vernetzen lassen. Wenn der Strom ausfällt, ist alles nichts.«

Dirk Baecker: Das unsichtbare Internet. Manuskript (Dezember 2012), online unter: http://www.dirkbaecker.com/UnsichtbaresInternet.pdf. Erscheint in: Marc Jan Eumann, Tabea Rößner, Martin Stadelmaier (Hrsg.): Forum Internet/Kommunikationsraum Internet (in Vorb.).

#Internet #operationale Geschlossenheit #Medium #Reduktion
15. Dec, 2012

»Das Stichwort der funktionalen Turbulenz mag dabei helfen, die Beobachtungen zu schärfen, die in der Umbruchsphase von der modernen zu einer nächsten Gesellschaft erforderlich sind.« 

Dirk Baecker: Das unsichtbare Internet. Manuskript (Dezember 2012), online unter: http://www.dirkbaecker.com/UnsichtbaresInternet.pdf. Erscheint in: Marc Jan Eumann, Tabea Rößner, Martin Stadelmaier (Hrsg.): Forum Internet/Kommunikationsraum Internet (in Vorb.).

#Internet #Medium #next society #Computergesellschaft #Turbulenz
24. Nov, 2012

»Denn den Weg über China zu nehmen bedeutet nicht etwa, einen exotistischen Juckreiz zu befriedigen, sondern – indem man durch Rückzug an Boden gewinnt – die Frage mit größerer Radikalität zu betrachten, oder vielmehr eine Frage eben dort aufkommen zu lassen, wo keine erkennbar gewesen war.« 

François Jullien: Die fremdartige Idee des Schönen, Wien 2012, S. 14.

#denken #china #Umweg #Rückzug #Frage
24. Nov, 2012

»[D]ie Künstler, nicht die Philosophen, sind die ersten Abenteurer, oder sagen wir, die Pioniere des Denkens. Die Philosophie, das weiß man, steht immer spät auf.«

François Jullien: Die fremdartige Idee des Schönen, Wien 2012, S. 14.

#Avantgarde #Philosophie #Denken #Kunst
23. Oct, 2012

»Das Experiment ist, wenn man so will, eine Suchmaschine, aber von merkwürdiger Struktur: Sie erzeugt Dinge, von denen man immer nur nachträglich sagen kann, dass man sie hätte gesucht haben müssen.«

Hans-Jörg Rheinberger: Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen, Berlin 2006.

#Experiment #Suche #Neues #Forschung #Suchmaschine
23. Oct, 2012

»Das Forschungsexperiment ist darauf angelegt, etwas zum Vorschein kommen zu lassen, von dem man noch keine genaue Vorstellung hat; aber ohne eine vage Vorstellung von etwas zu haben, kann man andererseits auch nicht von etwas Neuem überrascht werden.« 

Hans-Jörg Rheinberger: Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen, Berlin 2006.

#Neues #Experiment #Forschung #Überraschung
23. Oct, 2012

»Es geht [beim Forschen] letztlich um das Gewinnen von neuen Erkenntnissen, und was wirklich neu ist, ist definitionsgemäß nicht vorhersehbar, es kann also auch nur begrenzt herbeigeführt werden. Was wirklich neu ist, muss sich einstellen, und man muss Bedingungen dafür schaffen, dass es sich einstellen kann. Mit dem Experiment schafft sich der Forscher eine empirische Struktur, eine Umgebung, die es erlaubt, in diesem Zustand des Nichtwissens um das Nichtwissen handlungsfähig zu werden.«

Hans-Jörg Rheinberger: Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen, Berlin 2006.

#Forschung #Neues #Experiment #Wissen #Nichtwissen #Handlungsfähigkeit #Wissenschaft #Erkenntnis
23. Oct, 2012

»Man kann das Forschen also als eine Suchbewegung charakterisieren, die sich auf der Grenze zwischen dem Wissen und dem Nichtwissen bewegt. Das Grundproblem besteht darin, dass man nicht genau weiß, was man nicht weiß. Damit ist das Wesen der Forschung kurz, aber bündig ausgesprochen.« 

Hans-Jörg Rheinberger: Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen, Berlin 2006.

#Forschung #Neues #Spur #Suche #Wissenschaft #Grenze #Wissen #Nichtwissen
25. Aug, 2012

»Es wird für den Druck geforscht. Was nicht gedruckt wird, hat kaum Chancen, die Entwicklung des Faches zu beeinflussen. Die erreichbare Komplexität und die Veraltensgeschwindigkeit werden durch die Druckpresse geregelt, jedenfalls bis heute. Ob der Computer in dieser Hinsicht einen entscheidenden Wandel auslösen wird, bleibt abzuwarten.« 

Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt/Main 1992, S. 606f..

#Buchdruck #Computer #Publikation #ANT #Wissenschaft
06. Aug, 2012

»Als Denken in Aktion ist die Malerei auf diese Weise zu einer der höchsten Ausdrucksformen chinesischer Spiritualität geworden.« 

François Cheng: Fülle und Leere. die Sprache der chinesischen Malerei, Berlin 2004, S. 10.

#Malerei #Denken #Kunst #China
13. Apr, 2012

»What has to be developed here is the idea of difference so perfect that there is no way or feature in which the difference consists […]. A difference in which everything and nothing differs is uncanny.« 

Stanley Cavell: The Uncanniness of the Ordinary. The Tanner Lectures on Human Values. Delivered at Stanford University April 3 and 8, 1986. PDF online (13.04. 2012).

#Unterscheidung #Differenz #Unheimlichkeit #uncertainty
13. Apr, 2012

»Unter allen psychischen Unsicherheiten, die zur Entstehungsursache des Gefühls des Unheimlichen werden können, ist es ganz besonders eine, […] nämlich der Zweifel an der Beseelung eines anscheinend lebendigen Wesens und umgekehrt darüber, ob ein lebloser Gegenstand nicht etwa beseelt sei, und zwar auch dann, wenn dieser Zweifel sich nur undeutlich im Bewusstsein bemerklich macht. […] Einer der sichersten Kunstgriffe, leicht unheimliche Wirkung durch Erzählungen hervorzurufen, beruht nun darauf, dass man den Leser im Ungewissen darüber lässt, ob er in einer bestimmten Figur eine Person oder etwa einen Automaten vor sich habe, und zwar so, dass diese Unsicherheit nicht direct in den Brennpunkt seiner Aufmerksamkeit tritt, damit er nicht veranlasst werde, die Sache sofort zu untersuchen und klarzustellen, da hierdurch, wie gesagt, die besondere Gefühlwirkung leicht verchwindet.«

Ernst Jentsch: Zur Psychologie des Unheimlichen, in: Psychatrisch-Neurologische Wochenschrift Nr. 22, 25. August 1906, S. 195 – 205. PDF online (13.04. 2012).

#Automation #Turingtest #Unheimlichkeit #Unterscheidung #uncertainty #Maschine
03. Apr, 2012

»Doch ist von der ›Maschine‹ nicht im metaphorischen Sinn die Rede: der Mensch ist eine Maschine von dem Augenblick an, da dieser Charakter dem Komplex dem er unter genau bestimmbaren Bedingungen angehört, per Rekursion übermittelt wird. Der Komplex Mensch-Pferd-Bogen stellt eine nomadische Kriegsmaschine unter Bedingungen der Steppe dar. Die Menschen bilden eine Arbeitsmaschine unter den bürokratischen Bedingungen der großen Reiche. Der griechische Hoplite bildet mit seinen Waffen eine Maschine unter den Bedingungen der Phalanx. Und unter den gefahrvollen Bedingungen von Liebe und Tod bildet der Tänzer mit der Tanzfläche eine Maschine …«

Gilles Deleuze, Félix Guattari: Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie I, Frankfurt/Main 1977, S. 498.

#Maschine #Rekursion #Gefüge #agencement #Maschinenphylum #ANT
16. Mar, 2012

»Wir sind es gewohnt, die Selbstbeschreibung der Gesellschaft, einer Organisation, einer Schule, eines Theaters ebenso schnell wie unbemerkt an ihrem Design zu überprüfen und entsprechend zu korrigieren, wenn uns andere Wahmehmungssachverhalte auffallen, die mit dieser Selbstbeschreibung nicht übereinstimmen.«

Dirk Baecker: Zu Funktion und Form der Kunst (PDF), S. 17.

#Design #Selbstbeschreibung #Wahrnehmung #Organisation
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